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05 Januar 2012

Völlig überraschend ... Ich kann es nicht glauben



Wir haben uns vor vielen Jahren kennen gelernt. Es war ein knappes Jahr nachdem mein Bruder und mein Papa gestorben sind. Es war schwer für mich damals, sehr schwer. Und ER hat sehr viel mitbekommen.
Wenn es mir schlecht ging, war er für mich DA und ich für ihn. Einmal als es mir besonders schlecht ging, hat er mir ein selbst erfundenes Märchen erzählt. Dass man solche Menschen beim "weg gehen" kennen lernt, ist eher ungewöhnlich. Aber alles an unserer "Beziehung" war ungewöhnlich.

Final Countdown (Europe)
(Ich sehe Dich vor mir ... zu dieser Zeit ... wir waren noch jung ... )


Irgendwann nach einigen Monaten sagte er zu mir:
"Du hast jetzt wieder einen Bruder ...."
Er wusste was mir mein Bruder bedeutet hat, wie sehr ich ihn geliebt habe.
Ich dachte, dass das nur Worte sind. 
Aber nein, es war so ... ER war so ... ab da war ER mein Bruder. Überall hat er mich als seine Schwester vorgestellt. Das ging so weit, dass bei seiner Hochzeit ein Freund von ihm sagte: "Jetzt kenne ich Klaus schon so lange aber ich wusste nicht, dass er eine Schwester hat." 
Für meine beiden Mädels war er wie ein Onkel. Ich war sein "Schwesterherz".

Wir haben uns in den letzten Jahren nicht oft gesehen. Bei Familienfeiern war er immer eingeladen und er kam. Für ihn selbstverständlich, schließlich ist er mein Bruder und gehört zur Familie. Telefoniert haben wir und dann meistens lang. Unser letztes Telefonat war an seinem Geburtstag, wir haben bis in die Nacht geredet. Ich weiß noch sehr gut, dass er sagte "es war schön mit Dir zu ratschen ... a Ratscherl zum halt´n." 

Dann haben wir nichts mehr voneinander gehört. Aber auch das war bei uns nicht ungewöhnlich. An "besonderen Tagen" hörten wir immer voneinander. Es kam das mit meiner Mama ... ich wollte nicht mit ihm sprechen. Vor einigen Jahren war erst seine Mama gestorben und ich wollte bei ihm nichts aufrütteln. Obwohl mir oft danach war mich bei ihm einfach nur auszuweinen. 
Wir wussten beide, einer kann sich auf den anderen verlassen. 

An Weihnachten haben wir immer voneinander gehört, in den letzten Jahren bekamen wir Post von ihm ... mit einem Werbegeschenk seiner Firma. In diesem Jahr kam nichts ... ich war enttäuscht ... er hat mich vergessen. Telefonieren wollte ich nicht, ich hätte es unpassend gefunden ihm von meiner Mama an Weihnachten zu erzählen. So schickte ich ihm eine e-card. Darauf meldet er sich bestimmt, dachte ich. Am Montag schaute ich in meinen Posteingang, die Karte wurde nicht abgerufen. 
Ganz spontan rief ich am Abend bei ihm an. 

Seine Frau ging ran. Ich sagte,"ich wollte mich bei Euch melden, denn Klaus hat nicht auf meine Karte geantwortet, jetzt wollte ich hören ob bei Euch alles in Ordnung ist". Darauf : "Ich habe gewusst, dass ich jemanden vergessen habe, das tut mir so leid Angelika." Da bekam ich Angst. Sie sagte: "Der Klaus ist gestorben." Ich konnte nur noch sagen: "Nein!!!!" Immer wieder sagte ich "nein".
Ich war fassungslos ... konnte es nicht glauben ...
Wieso ... warum ... ? Wir haben kurz gesprochen. 



Wir wollen morgen miteinander zum Grab fahren. Sie hat sich mehrmals entschuldigt mich/uns vergessen zu haben. Am nächsten Tag meinte sie, sie hätte wohl noch mehr Menschen vergessen, ich wäre wahrscheinlich nicht die Einzige. Ich bin nicht böse deshalb, nur traurig, weil ich nicht bei der Beerdigung war. Diesen "letzten Gang" mit ihm ... mich zu "verabschieden" ... 


Morgen? Aber es wird nicht das gleiche sein. 






(In der Gärtnerei wurde mir erklärt "Wir sind traurig", das schreibt man nicht. Ich bin nicht "man". 
Ich habe nur gesagt: "Ich will das aber so." DUU hättest es ähnlich gemacht. In solchen Dingen warst Du auch kompromisslos.)



Ich kann es nicht glauben ... ich bin so traurig. 
Ich weine um Dich Klaus!!!  Seit Tagen ... 

Klaus
*4.4.1963   + 26.11.2011


Es ist wieder passiert:
"Es gibt Momente im Leben, da steht die Welt für einen Augenblick still.
Wenn sie sich dann weiter dreht, ist nichts mehr wie es vorher war."

Ich mag und kann es nicht glauben ... dass Du nicht mehr da bist!!!


So einige Male hast Du vom Leben einen Faustschlag ins Gesicht bekommen.
Aber Du bist immer wieder aufgestanden!
Du warst mein „Freund“, mein Bruder.
Ich habe mit Dir gelitten, wenn Du traurig warst.
DAS mochtest Du gar nicht.
Einmal sagtest Du mir: „Wenn du traurig bist, weil ich traurig bin, kann ich dir nichts mehr erzählen.
So soll das nicht sein, ich möchte das nicht.“
Ab da habe ich dir nicht mehr erzählt, wenn Deine Traurigkeit mich traurig gemacht hat.
Ich weiß, dass Du es nicht mochtest, wenn ich wegen Dir traurig war.
DU würdest es auch jetzt nicht wollen.
Aber ... ich weine ... Ich kann es immer noch nicht glauben, Du bist nicht mehr da. Du fehlst mir so sehr!!!


Einmal hast Du mich "Dragoner" genannt ... DU durftest das ... immer wieder haben wir darüber gelacht ...
Du warst kompromisslos in Deiner Meinung, grundsätzlich ehrlich..
Du hast Dich immer eingemischt, wenn Du den Eindruck hattest, jemand wird ungerecht behandelt.
Du hattest Deine Träume, manche hast Du verwirklicht.
Du hast kurze Zeit im bayrischen Oberland gelebt, für Dich das „Exil“.
Du bist wieder zurück nach München, Deine Stadt, die Du so sehr geliebt hast.
Nie wieder wolltest Du da weg. 

Nie wieder ...
Keine langen Telefongespräche mehr ...
Keine "abendlichen Gespräche" nach einer Feier ...
Keine Stunden in denen wir uns nur zugehört haben ...
Kein "Ratscherl" mit Dir ...
Keine "Sprüche" ... - die bei uns Kult sind - ... keine Sprüche mehr von Dir ...
Keine Umarmung ...

Du und ich


Wir wollten uns immer wieder treffen.
"Jetz miaß ma uns boid mal wieda sehn.", haben wir oft gesagt.
Mal in den Biergarten gehen ...
Ihr wolltet uns besuchen ... "mal ... "
Wir wollten grillen "mal" ...
Ihr wolltet mal auf einen Kaffee "vorbei" kommen ...
Wir haben all das nicht gemacht.
Dieses "mal" ist vorbei. 
Wieder Zeit vergeudet, wieder Worte nicht gesagt ...

Zu spät, wie so oft in meinem Leben ... wieder ... 

"Der Tod ordnet die Welt neu.
Scheinbar hat sich nichts geändert
und doch ist die Welt anders geworden."

(Antoine de Saint-Exupery)



Mein "Bruderherz" ... Du wirst mir immer fehlen!!! 



Kommentare:

  1. Ach Gott wie schrecklich.Vorallem wenn man das so erfährt.Es war wirklich ein Schlag ins Gesicht.Aber ich kann die Frau auch verstehen,sie ist auch in Trauer.Wer weiß was ich alles vergessen würde in so einem Moment.
    Ich drück dich
    LG
    Nicole

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  2. ach liebe Angelika - du kommst aus dem Leid wirklich nicht raus - ich fühle mit dir und drücke dich -
    ich hoffe so sehr, dass dieses Jahr ein besseres wird für dich - dass endlich auch mal Momente der Freude einkehren -
    zur Zeit hört man überhaupt nur schlimme Dinge - es deprimiert -

    fühl dich umarmt -

    lg. Ruth

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  3. es ist so unglaublich das er nicht mehr da ist unser Seebär ich bin so traurig ich hab dich lieb mama

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  4. Liebe Angelika,

    ich trauere weiter mit dir.

    In Liebe

    Elisabeth

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  5. Liebe Angelika,

    ach mensch, irgendwie weiss ich gar nicht was ich sagen soll, außer das ich dir mein ganzes Mitgefühl entgegenbringe.

    Lg

    Barbara

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  6. Liebe Angelika,

    vielleicht hilft es Dir, wenn Du den Tod einmal anders betrachtest? Jeder Mensch gleicht einem Lebensstrom, der dem Schlussakkord entgegenfließt, gezogen von Ziel zu Ziel, von Lebensstation zu Lebensstation. So eilen wir alle dem göttlichen Urmeer zu. Das ist dann die Erlösung aus dem Mangel, der hier auf Erden herrscht. Was wir lebenslang suchten und vermissten, wird uns im Todeskuss zurückgeschenkt.

    Für die Menschen, die zurückbleiben müssen, ist das Loslassen eines geliebten Menschen sehr schwer. Gönne allen Verstorbenen die Ruhe! Sie haben den höchsten Lebenswert bereits kennenlernen dürfen.

    Sterben ist leicht,
    glaub mir, es gleicht
    glückhaftem Traum.
    Weit wird der Raum -
    du schenkst dich im
    uferlos strömenden Glück
    dem Urmeer zurück.

    (von Ephides)

    Wichtig ist, dass Du Deinen Freund geliebt hast, denn Liebe vergeht nie und alles, was einst verbunden war, kommt irgendwann wieder zusammen.

    Herzliche Anteilnahme!
    Gisela

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  7. Ach, wie soll man da trösten? So was zieht einem ja den Boden weg.

    Und "man" kann auf die Schleife schreiben was "man" möchte. Richtig gemacht.

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  8. Ach wie furchtbar!!! Das tut mir sehr leid!
    Es ist schrecklich wie du es erfahren hast !

    Fühl dich ganz doll von mir gedrück!!!
    Viel Kraft und alles Liebe

    Stefanie

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  9. Mir fehlen die Worte. . . Es tut mir so leid! Ich schick dir ganz viel Kraft u denk an dich.

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  10. Liebe Angelika,

    es tut mir so leid...

    (wegen der Schleife: Es ist wichtig, wie es Klaus empfunden hätte und wie Du es empfindest und nicht die von der Gärtnerei!)

    Es tut mir so leid, dass Du schon wieder einen für Dich sehr wichtigen Menschen verloren hast!
    Ich bin immer noch schockiert.

    Mitfühlende Grüße
    Margit

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  11. Angelika... es tut mir soooo leid für dich und ich bin mit dir zusammen traurig... *hand drück*

    Fühl dich gedrückt,
    dieMia

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  12. Liebe Angelika, ich bin sprachlos. Gerade Du, und gerade jetzt. Wo es doch sowieso so schwer ist für Dich. Mir fehlen die Worte, ich drück Dich
    die Schleife... es ist gut so.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  13. Angelika, hatte Klaus einen Hund?
    Ich bin grad irgendwie neben mir...
    Herzliche Grüße
    Steph

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  14. Liebe Angelika,

    ... mir fehlen die Worte ...

    einen Kraftgruß aus der Nußschale
    Chrissie

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