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23 August 2012

Du bist fort







23. August das ist der Tag an dem ich immer an Dich denke!
Der Tag an dem Du "gegangen" bist.
Um 9.15 Uhr kam der Telefonanruf.
Ab da war alles anders, nie mehr wie vorher.

Du bist nicht mehr da.
Solange ich lebe bist Du nicht mehr da.
Solange ich lebe bist Du mein Bruder!
Dein Platz ist leer, niemand kann ihn füllen.
Großer Bruder - ich vermisse Dich!



13 August 2012

Vor 25 Jahren









Heute vor 25 Jahren habe ich Dich zum letzten Mal gesehen. 
Ich war bei Dir im Krankenhaus ... ganz leise bist Du einfach "gegangen". 
Keiner von uns hätte das geglaubt ... 

25 Jahre und Du fehlst mir immer noch so sehr!!!!



Ein "großer Bruder" ist etwas ganz Besonderes!!!

Du warst etwas Besonderes, für mich!
Für alle, die Dich gekannt haben!


04 Mai 2012

Besonderer Tag




Morgen ... morgen ist unser Hochzeitstag.
Ich sehe mich noch sitzen im Beerdigungsinstiut. 
In mir brannte die Frage, wann die Beerdigung sei. 
Die Sachbearbeiterin fragte mich, ob ich einen Terminwunsch hätte. 
Ich sagte nur: "Keinesfalls am 5.5. da ist unser Hochzeitstag."
Mit Tränen in den Augen sagte ich: "Den könnte ich nie mehr sorglos erleben,
wenn das der Tag der Beerdigung meiner Mama wäre." 

So wurdest Du am 6.5. beerdigt.

Am liebsten wäre ich davon gelaufen an diesem Tag.

Wir waren am Mittag beim Essen ...
Wieder mal kamen wir an und es war nichts vorbereitet.
Obwohl wir reserviert hatten, so wie damals.
Ich fühlte mich wie bei einer Wiederholung.
Genauso war es bei Papa.
Ich bekam sofort ein schlechtes Gefühl.
War ich nicht dazu fähig, die Beerdigung meiner Eltern ordentlich zu organisieren?

Wir standen bestimmt 10 Minuten in dem Raum.



Anschließend fragte ich mich, was da "vorzubereiten" war vom Personal.
Wir wurden einfach an Tischen "platziert" und das war es.

Die Messe in der Kirche war 13 Tage später ... an Deinem Geburtstag.
Am frühen Abend.
Der Pastor hat diesen Vorschlag gemacht und ich fand ihn schön.
Wir sind am Nachmittag bei uns gewesen, haben Fotos von Dir und Deiner Schwester angesehen ...
an Dich gedacht, von Dir gesprochen.
Es war viel feierlicher, viel "schöner" als die Beerdigung.
Im Mittelpunkt standest Du!!!



22 April 2012

Papa



Papa ... Du hättest heute Geburtstag ... so schmerzlich vermisse ich Dich!!!
Vor einem Jahr war dieser Tag der Karfreitag ...
DA wusste ich noch nicht, was die nächsten Wochen kommen würde.
4 Tage später ... habe ich erfahren, dass Mama an diesem Tag schon im Krankenhaus war.



Papa, immer noch sehe ich Dich unter dem Apfelbaum sitzen.
Als ich Euch 3 das letzte Mal da sitzen sah, vor so vielen Jahren,
da war unsere Welt zumindest ein ganz klein wenig noch in Ordnung.
Du warst schon krank, aber das hatten wir alle verdrängt.
Es ging Dir gut.

Und dann hat das Schicksal zugeschlagen mit voller Wucht.
Und Du ... Du warst fassungslos,
dass ER gehen musste und nicht Du.

Noch heute bin ich mir sicher, DA hast Du Dich aufgegeben.

Papa, ich liebe Dich!!!




04 April 2012

Mei Bruada ... Du fehlst mir so!!!


Heute, heute hättest Du Geburtstag. 
Der "Erste" seit vielen Jahren an dem ich Dir nicht gratulieren kann. 
Ich kann es immer noch nicht glauben, dass Du nicht mehr da bist.


"Mei Schwesterl" hast Du mich genannt und es war gut so. 
Es fühlte sich richtig an. Für Dich, für mich, für uns beide. 

Als Etty habe ich Dich kennen gelernt.
Irgendwann wolltest Du diesen "Spitznamen" nicht mehr und von da ab warst Du für uns "Klaus". 
Aber ganz tief drin in mir, bist Du "Etty" geblieben. 
Als ich an Deinem Grab den Kranz Deiner Freunde sah. 
"Etty" stand da ... auch für sie bist Du "Etty" gewesen.

In einer -für mich- sehr schweren Zeit  haben wir uns kennen gelernt.
Es war bestimmt nicht immer einfach mit mir - damals, vor 24 Jahren. 
Und doch, Du hast durchgehalten, mich nicht "aufgegeben".
Du warst da ... für mich!
Und ich ... für Dich!!! 

Ich wäre gerne noch da für Dich!!

Wäre ich nur da gewesen in Deinen letzten Monaten ... 
an Deinen letzten Tagen ... 
Deinen letzten Stunden ... 

Ich kann es nur entschuldigen mit meiner Trauer um meine Mama. 

Und jetzt trauere ich wieder, 
immer noch .. 
um Euch!!!

Manchmal schaue ich am Abend zum Himmel und frage mich, wo Ihr seid? 
Manchmal laut, manchmal ganz leise nur für mich. 
Und dann stehlen sich ganz leise Tränen in meine Augen ...
Ihr fehlt mir so sehr!!! 




Am Grab
Wieder stehe ich hier an diesem Ort,
in meinem Kopf weiß ich, Ihr seid fort,
früher haben wir oft miteinander gelacht,
doch leise habt Ihr Euch davon gemacht.
Innen drin ist der Schmerz immer noch groß,
dann kommt im Hals dieser dicke Kloß,
meine Augen füllen sich mit Tränen
und ganz breit macht sich dieses riesige sehnen.
(Darf ohne meine Genehmigung nicht gewerblich genutzt, nicht vervielfältigt und auch nicht veröffentlicht werden)



15 Dezember 2011

15. Dezember


Heute vor so vielen Jahren ... 
manchmal kann ich es nicht glauben, 
dass Ihr innerhalb so kurzer Zeit beide ...
Es war ein schreckliches Weihnachten damals ... 

Ich frage mich, ob Ihr jetzt unter einem Apfelbaum sitzt, wie damals ... 
als wir das letzte Mal zusammen waren .. 

Ich bin mir sicher, Euch gehts gut aber Ihr fehlt mir so sehr!!! 

Wieder ein Weihnachten ohne Dich ... und Mama ist auch nicht mehr da. 
Mir macht es Angst ... dieses "Weihnachten". 



Papa, Du fehlst mir ... 
Ich hab Dich lieb!!!


11 August 2011

Großer Bruder ... es tut immer noch weh!!!


Heute jährt er sich wieder, jener Tag ...


Erinnerungen ...



Viele sagen "Es ist doch schon so lange her ... so lange vorbei ... du musst vergessen."
Was soll ich machen, wenn ich nicht vergessen kann?
Wenn die Tränen, so manches Mal, nicht versiegen wollen?
Manche Erinnerungen sind wie ein schwerer Sack, man trägt sie mit sich, will sie nicht mehr haben.
Man versucht sie loszuwerden, aber es gelingt nicht. Irgendwann findet man sich damit ab.

Aber es gibt Erinnerungen, die sind kostbar.
Auch wenn sie traurig machen, man möchte sie nicht vermissen.
Die Tränen die man dann weint, sind kostbar wie Edelsteine.

Es gibt einen Spruch, wie so oft, kann ich ihn nicht wörtlich zitieren:

"Es ist besser etwas besessen und verloren zu haben, 
als es nie besessen zu haben.
Der Schmerz kann nur das Herz töten, aber die Seele nie."

(Verfasser unbekannt)



Großer Bruder ... Du fehlst ... !!! Immer noch!!! 
Besonders jetzt ... ich hätte Dich so sehr gebraucht ... an Mama´s letzten Tagen ...
Bestimmt ist sie jetzt bei Dir, bei Euch ...



28 Juli 2011

Alles Gute ... unser kleiner Prinz



Im Moment fehlen mir oft die Worte ... 

Aber heute soll es hier um Dich gehen... 


Zum ersten Mal im Arm Deiner Mami ... 


Du hast heute Geburtstag ... kleiner Mann ... 


Geburtstagslied


Es ist so schön, dass es Dich gibt ... 
dass Du bei uns hier lebst ... 

Du bist ein Trost für mich ... in dieser Zeit ... 

Du sagst sehr oft:
"Ich hab Dich lieb ... "

Ich Dich auch!!!

Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem heutigen Tag und für jeden Tag in Deinem Leben ... !!!! 


May the good Lord bless you



04 Februar 2011

Ein kleines Mädchen

Nach langer Zeit ...  bin ich wieder mal hier ... 
Mir gehts nicht so gut ... aber jemand hat mich "augeweckt", 
mir gezeigt, dass ich  fehle ...  dieser Beitrag "hängt" bei mir schon sehr lange ... schon vor Wochen habe ich ihn geschrieben ...... 


Mein kleines Mädchen ... 
vor einigen Wochen hattest Du wieder Geburtstag.
Jetzt bist Du schon 5 Jahre alt und niemand sieht mehr was Du für ein kleiner Winzling“ warst. 
Und vor allem unter welch dramatischen Umständen Du zur Welt kamst.

Wir waren zu der Zeit wieder mal im Umzugsstress. Am 28.12. wollten wir umziehen. Uns war klar, dass dieses Weihnachten nicht besonders gemütlich werden würde. Weihnachtsstimmung zwischen gepackten Kartons. Ca. 1 Woche vor Weihnachten wurde bei Deiner Mama eine Schwangerschaftsvergiftung diagnostiziert. 
Da Dein Papa arbeiten war, holten wir Mama zu uns, damit sie nicht allein sein sollte. 
Angst hatte ich um sie .. um Dich, um Euch!!! Aber ich durfte sie nicht zeigen, vor allem nicht Deiner Mama!!!


 2 Tage vor dem Hl. Abend waren wir wieder beim Frauenarzt und er meinte, dass Deine Mama ins Krankenhaus müsse. Ein Drama für sie ... sie hasst Krankenhäuser und dann noch so kurz vor Weihnachten. Nach einigen Umwegen ... und vielen Tränen hatten wir (Dein Papa und ich) sie ins Krankenhaus gebracht.

Am Hl. Abend wollte sie unbedingt bei uns sein und so vereinbarte sie mit den Ärzten, dass sie auf eigene Verantwortung nach Hause darf. Aber sie musste stündlich Blutdruck messen  und bei hohen Werten sofort wieder ins Krankenhaus kommen.
 Hinzu kam, dass sie täglich im Krankenhaus zur Kontrolle musste. 


Deine Tante besorgte sofort ein Blutdruckmessgerät in der Apotheke und ich holte Euch beide“ ab. Der Hl. Abend verlief ganz friedlich und schön. Am nächsten Tag fuhren wir wieder ins Krankenhaus. Die Ärzte waren sehr besorgt und wollten unbedingt, dass Deine Mama im Krankenhaus bleiben solle. Aber sie wollte nicht ... nichts half. Mir war das Risiko zu groß. Wir wohnten zu dieser Zeit  sehr abgelegen auf dem Land. Deine Mama brachte ich unter Tränen von uns beiden zu Deinen „anderen Großeltern“, die in München lebten.

Wir packten weiter ... Umzugskartons. Viel von unserem "Rest" packte Deine Tante, da ich so viel wie möglich bei Euch sein wollte. Ich machte mir große Sorgen. Am nächsten Tag fuhr Deine Mama ins Krankenhaus, Mittag kam der Anruf, dass die Entbindung eingeleitet werden solle. Ich fuhr zu Euch ... ließ Umzug Umzug sein, ich hätte nicht gekonnt ... konnte an nichts anderes mehr denken als an Euch beide. 
Als ich im Krankenhaus ankam, war nichts ... gar nichts ... sie nahmen Deiner Mama Blut ab und meinten, es könnte noch Tage dauern bis Du kämst. Ich war einigermaßen verwundert ...konnte nicht verstehen  wie das zusammen passt. Warum man sich jetzt "Zeit ließ", Du aber 5 Wochen zu früh zur Welt kommen solltest.


Eine Ärztin sagte, dass nach der Entbindung für Dich die Gefahr vorbei wäre, aber für Deine Mama nicht. Einige Zeit später erklärte man uns, wenn die Leberwerte sich weiter verschlechtern würden, dann würdest Du „geholt“. Die Zeit verstrich, nichts passierte. 
Plötzlich wurde alles ganz hektisch ... Deine Mama musste die Einwilligung für die OP unterschreiben, wurde schon vorbereitet, aber keiner sagte etwas. Dann kam die Ärztin, meinte die Werte hätten sich stark verschlechtert, sie würden jetzt einen Notkaiserschnitt machen. Deine Mama weinte ganz fürchterlich. Es ging alles plötzlich rasend schnell.

Dein Papa und ich ... wir beruhigten uns gegenseitig, zumindest versuchten wir es. Nach einiger Zeit brachten sie Dich. Ich sehe Deinen Papa noch heute vor mir ... 
mit Tränen in den Augen ... er freute sich so ... dass Du gesund und munter warst ... 
es Dir gut ging. Aber ich machte mir immer noch große Sorgen ... 
Es hieß doch, für Deine Mama bestehe nach der Geburt erst mal die Gefahr weiter. 
Es kam ein Kinderarzt, meinte Dir gehe es den Umständen entsprechend gut, nahm Dich mit auf die Kinderintensivstation, da Du zu früh warst und in den Brutkasten solltest.

Ca. eine ¾ Stunde nachdem Du weg warst, brachten sie Deine Mama. 
Ich war so froh ... sie zu sehen ... sie redete auch schon ... aber ganz komisch ... ganz merkwürdig, als wenn sei betrunken wäre. Ich fragte die Hebamme, sie meinte das käme von der Narkose. Ich konnte mir das nicht recht vorstellen, hatte ich doch knapp 5 Monate vorher Deine Tante nach ihrem Kaiserschnitt erlebt und die war ganz anders. 
Deine Mama war an Geräten angeschlossen. Irgendwie wurde die Hebamme hektisch ... Deine Mama war eigentlich ganz fröhlich, fragte immer nach Dir, aber immer in diesem merkwürdigen Ton ... Ich fragte immer wieder woher das käme. 


Eine Ärztin kam ... Dein Papa meinte leise zu mir, „schau mal auf den Monitor ... der Blutdruck ... „ Ich war entsetzt, der Wert war bei ca. 200 ... die ganze Atmosphäre war äusserst angespannt ... völlig hektisch und überdreht. Plötzlich meinte die Ärztin zur Hebamme „was haben sie ihr denn bisher gegeben“. Da sagte die Hebamme ... „Mineralien“. Die Ärztin reagierte äußerst gereizt und meinte „jetzt geben sie ihr mal was richtiges, was soll denn das, das Kind ist doch jetzt da“. Die ganze Situation ... Dein Papa und ich standen am Ende des Bettes und hielten uns an den Händen. 
Es wirkte alles so verzweifelt, als wenn das medizinische Personal selbst völlig überfordert wäre. Plötzlich erklärte man uns, wir sollten das Zimmer verlassen. 
In dem Moment brach alles zusammen ... man bekommt Angst, Panik ... weiß genau, dass es jetzt um Leben und Tod geht. Das unbeschreibliche wird bewusst. 
Ich weinte ganz schrecklich  ... Dein Papa stand neben mir ... wir waren so verzweifelt ... diese Gefühle sind nicht zu beschreiben ... nicht erklärbar ... die ganze Dramatik der Situation ...  Die Ärztin kam und meinte, dass die Lage sehr ernst sei. Wir wagten nicht zu fragen ... das Wort „Lebensgefahr“ nicht in den Mund zu nehmen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, kam eine Schwester und meinte, einer von uns könnte wieder in das Zimmer ... ich sah Deinen Papa an ... er mich und sagte „geh du rein“. 
Ich war so froh, dass ich zu Deiner Mama durfte. Sie redete noch immer in diesem merkwürdigen Ton. Man erklärte mir, dass Deine Mama auf die Intensivstation müsse, sie hier so eine Einrichtung nicht hätten und sie daher mit dem ärztlichen Notdienst ins nächste Krankenhaus gebracht würde. Ich fragte, ob Dein Papa nicht auch wieder rein könne, er mache sich doch auch Sorgen. Er kam, wir sahen uns beide mit Tränen in den Augen an ... uns war nicht klar, ob Deiner Mama die ganze Dramatik, die ganze Situation bewusst war. Jetzt hieß es auf den Krankenwagen warten. Die Hebamme war fast ständig im Zimmer, die Ärztin kam immer wieder. Nach ca. einer Stunde kam der Krankentransport, wir halfen noch Deine Mama auf die Liege zu befördern und fragten ob wir mit könnten. Man erklärte uns sofort, dass das nicht ginge, gab uns die Telefonnummer der Klinik, wir verabschiedeten uns und waren allein. 


In dem Moment wurde uns alles bewusst. Die Sprachlosigkeit, in der man im ersten Moment ist ... wir gingen zum Auto, ich fuhr Deinen Papa zu Deinen Großeltern, wir hatten mit „daheim“ immer wieder telefoniert ... sie wussten also alle in etwa was los war. Es war jener Winter mit dem vielen Schnee. Aber ich kam noch gut nach Hause ... erst als ich die Tür aufsperrte „brachen bei mir alle Dämme“. Ich war entsetzlich verzweifelt, wusste doch nicht was jetzt mit Deiner Mama ist ... wie es weiter geht ... die Gefahr bestand noch immer ... ein wenig konnte ich schlafen ... schon morgens um 6 Uhr wollte ich in der Klinik anrufen, wagte es aber nicht. Um mich abzulenken, packte ich wieder Kartons ... schließlich sollte am nächsten Tag der Umzug sein .. morgens ca. 7Uhr rief ich in der Klinik an, man sagte mir, dass es Deiner Mama besser gehe und sie am Vormittag noch zurück in die Frauenklinik käme. Meine Erleichterung ist unbeschreiblich gewesen ... so froh ... aber ich wollte sie sehen, musste sie sehen ... Deine Mama ... ich wusste eher hätte ich keine Ruhe … und so fuhr ich … am Mittag zu ihr. Sie sah schrecklich aus ... aber es ging ihr besser. Zum ersten Mal durfte ich Dich besuchen ... Dich sehen ... jetzt kam die große Freude, die Tränen ... auf den Arm wollte ich Dich nicht nehmen, weil Deine Mama Dich noch nicht gesehen hatte und ich wollte, dass sie nach Deinem Papa die Erste sei.

Du warst so winzig, so klein. Sie hatten Dir eine gelbe Mütze aufgesetzt. Die wirkte so riesig im Gegensatz zu Dir. So ein kleines Bündel Leben.





Das Gefühl zusehen zu müssen, wie das eigene Kind in Lebensgefahr schwebt ist unbeschreiblich. Es ist als ob das eigene Leben in dem Moment ein Stück verschwindet, alles andere tritt in den Hintergrund. Mir sagte mal jemand ein paar Monate später „das ist ja jetzt vorbei“. Nein, das ist nie vorbei, dieses Gefühl, diese Momente vergesse ich nie. Man taucht immer wieder bei Erinnerungen in diese Gefühle ein. 


Nie werde ich jene schlimmen Stunden vergessen!!!

Trotz der vielen schlimmen Stunden ...


Mein Mädchen, 
es ist so schön, dass es Dich gibt!!! 




Du kleiner Mensch ganz ohne Ahnung,
was Leben heißt und Leben ist,
du bist uns eine ernste Mahnung,
weil du des Lebens Sinnbild bist.
Drum wünschen wir dir für dein Leben:
lass Gott dir Ziel und Richtung geben.

Verfasser unbekannt
 



28 August 2010

Ein trauriger Tag



Ich kann das kaum beschreiben wie das war, die Tage vor der Beerdigung.
Mit Deiner Frau habe ich die Formalitäten für Deine Beerdigung erledigt.
Wir wurden von einem Fahrer der Stadt München gefahren.
Was wir viel mehr gebraucht hätten, wäre jemand gewesen der mit uns redet.
Im Beerdigungsinstitut den Sarg aussuchen, die Ausstattung,
ihr war alles egal, sie meinte nur „mach du das“. Aber mir auch, mir war es eigentlich auch egal.
Und doch auch wieder nicht, es war mir doch nicht egal worin Du am Ende liegst.
Aber das war so unwirklich alles. Noch immer konnte ich es nicht glauben.
Ich wollte und konnte nicht glauben, dass Du nicht mehr da bist.
Also wollte ich auch diese Dinge nicht tun.
In so einem Moment herrscht die Vorstellung, wenn man das nicht tut, ist es vielleicht nicht wahr.
Ich wünschte mir so sehr, dass es nicht wahr wäre.

Dann zum Friedhof, die Grabstelle aussuchen. Eine Stelle mit Sonne und Schatten.
Dann ein warten ... auf das Unvermeidliche. Von Montag bis Freitag.
Wie ich diese Zeit überstanden habe, ich weiß es heute nicht mehr.
Wir haben uns vorbereitet wie zu einer Feier. Für jeden von uns war es wichtig, auch wie wir aussehen.
Noch einmal schön machen nur für Dich!!!!

Es war klar, auch die Presse wird da sein, Du warst schließlich der "Held von Trudering".
Wir werden beobachtet von Anfang bis Ende.

Das machte uns Angst.
Für jede von uns wurden „Menschen abgestellt, die sich um uns kümmern sollten“.
Für mich waren Freunde von Dir vorgesehen. Ich weiß noch, dass sie mich nicht aus den Augen ließen.
Ich war an den Tagen vor Deiner Beerdigung täglich am Friedhof, in der Halle, in der Du aufgebahrt warst. Aber glauben konnte ich es trotzdem noch immer nicht.
Einmal als ich aus der Halle kam, flog direkt vor meinen Füssen eine Taube auf den Boden und blieb sitzen. Hört sich so komisch an, aber sie sah mich an ... und blieb da sitzen und sah mich an.
Und irgendwie hatte ich das Gefühl, das bist Du ... eine Nachricht von Dir ... für mich.


Das Datum Deiner Beerdigung wird keiner von uns vergessen. Es ist der Geburtstag unserer Nichte.
Wie traurig ... solch ein Tag. Immer damit verbunden, dass Du an dem Tag beerdigt wurdest.
Wir kamen am Friedhof an, da standen, Busse und alle waren besetzt mit Mitarbeitern des MVV München.
Alle in der Kleidung des MVV, in der Kleidung in der wir Dich so oft gesehen hatten.
 Noch heute bei dem Gedanken, bekomme ich eine Gänsehaut. Sie waren alle da ,wegen Dir!
Welch ein Anblick. So viele Busfahrer ...
In der Aussegnungshalle es dauerte so lange. Es wurden Reden gehalten ...

"München wird auf ewig in Deiner Schuld bleiben" hieß es.

Ich saß neben unserer Schwester, wir hielten uns an der Hand, ganz fest.
Ich sagte zu ihr „Ich kann es nicht glauben, ich kann es einfach nicht glauben“.
Und sie erwiderte „Ich auch nicht, das ist so unwirklich."

Es wurde das Lied "So nimm denn meine Hände gespielt."

Den Weg anschließend, hinter Deinem Sarg her ... ich weiß ihn noch genau.
Ich weiß noch, wie die Fotografen vor uns gelaufen sind, um ihre Fotos zu machen.
Unmöglich fand ich das. Am Grab, die Szenen daran kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.
Aber noch an den Chor, sie sangen "Alle Sorgen groß und klein, schlafen friedlich mit Dir ein".
Aber nicht unsere Sorgen ... nicht unsere Trauer, um Dich!
Ich weiß noch, als ich an der Reihe war, mein letzter Gruß zu Dir.
Ich hatte Dir einen Brief geschrieben, meine letzten ganz persönlichen Worte an Dich.
Keine Erde, nein Erde wollte ich Dir nicht aufs Grab werfen, das konnte ich nicht.
Rosa Rosen bekamst Du von mir.


Direkt vor dem Grab, bin ich beinahe ausgerutscht.
Es war alles zu viel, mir sackten die Füsse weg.
Die Presse hat hinterher geschrieben „Die blonde Schwester des Toten brach am Grab weinend zusammen.“
Wie man sich nach so einer Beerdigung zum „Leichenschmaus“ treffen mag, wird mir ein ewiges Rätsel sein. Ich weiß noch wie ich da saß ... mein erstes Essen nach der Nachricht, dass Du gestorben bist.
Ich kam mir vor wie in einem schlechten Theaterstück bei dem ich mitspielen muss, ich wollte weg.
Bei uns am Tisch wurde sehr wenig gesprochen. Keinem war nach reden zu Mute.
Irgendwann bin ich einfach geflüchtet.
Zurück zum Friedhof ... dort war unser Cousin und hat die Kränze geordnet.
Er, der immer so fröhlich war ... selbst er war sprachlos.

Wie Mama das überstanden hat, welche Kraft sie das gekostet hat, kann ich nur erahnen.
Du warst doch ihr Liebling, das war uns allen klar, es war ein offenes Geheimnis.
Und wir fanden das ganz normal, wir sind damit aufgewachsen.
Niemand war darüber erstaunt, auch keine von uns böse deshalb.

Es war so leicht, Dich zu lieben war so leicht!!!
Du hast es jedem leicht gemacht Dich zu mögen,
durch Deinen Humor, Deine Lebensfreude und auch durch Deine Anteilnahme.
Ich hätte Dich so gern zurück geholt, mit meinen Gebeten, meinen Wünschen.
Wenn Wünsche in Erfüllung gingen, Du wärst sofort wieder bei uns!

Ich vermisse Dich so sehr!!!!


"Du bist tot ... solange ich lebe ... "


Memento
Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.
Der weiß es wohl, dem dieses wiederfuhr
Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: Den eigenen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der anderen muß man Leben.
(Mascha Kalèko)


Niemals geht man so ganz

"Mein Glaube tröstet wo die Liebe um Dich weint."

.

23 August 2010

Großer Bruder ... Du fehlst mir so!




Heute ... noch heute weiß ich viele Details von jenem Tag.

Die Tage vorher so viele schlimme Nachrichten, Lungenentzündung, Nierenversagen.

Am Samstagabend  rief mich Deine Frau an, sie meinte, es ginge Dir besser.
Du warst an die Dialyse angeschlossen worden und Deine Werte wurden dadurch besser.
So viel Hoffnung. Wir waren so froh!

Am nächsten Tag, Sonntag um 9.15 Uhr klingelte bei mir das Telefon.
Ein Arzt aus Murnau meldete sich bei mir.
Er meinte, er würde mich im Auftrag meiner Schwägerin anrufen.
Seine Worte weiß ich noch sehr genau!

"Ihr Bruder hat es geschafft, er ist über den Berg." (Welche Erleichterung)
"Er ist friedlich eingeschlafen."
Ich verstand im ersten Moment gar nichts mehr.
Was hatte er gesagt? Über den Berg? Friedlich eingeschlafen?
Aber über den Berg ... heißt doch ... es geht Dir besser ... ?
Er meinte dann: "Sie müssen es ihrer Mutter sagen, wir müssen die Presse benachrichtigen.
Bevor sie es aus dem Radio erfährt, wäre es besser, sie sagen es ihr".
"Ich? Ich kann doch meiner Mutter nicht sagen, dass ihr Sohn tot ist.
Das kann niemand von mir verlangen. Das ist zu viel ... das schaffe ich nicht."

Ich war nicht im Stande.
Hatte die 12 Tage vorher so viel erlebt, so viel erfahren ...
Ich rief meine Schwester an, ich wollte dass sie das tut.
Sie hat Dich nicht besucht, sie machten Urlaub am Chiemsee.
Ich war nicht im Stande.

Ich ging zum Fenster, konnte nicht verstehen, dass die Autos noch fahren.
Nicht verstehen, dass das Leben weiter geht, wo meines doch im Moment still stand,
irgendwie vorbei schien.
Ich schrie ... ich konnte noch so viel denken, dass die Kinder weg mussten.
Sie waren noch so klein ...
Ich lies sie abholen, war nicht fähig mich um sie zu kümmern.
Ausserdem sollten sie mich nicht "so" sehen.
Schon eine halbe Stunde später wurden sie abgeholt.

Ich rief eine Freundin an, sagte ihr was passiert sei,
ich spürte ihr Entsetzen, ihre Sprachlosigkeit,
sie meinte "Ich weiß jetzt nicht was ich sagen soll ... ".
Ich sagte nur: "Gar nichts, ich bin froh, dass Du am Telefon bist, auch wenn wir nur schweigen.
Du mir beim weinen zuhörst. Nur, dass jemand da ist, sei es auch nur am Telefon."
Manchmal können Worte zu viel sein.

"Das Leben geht weiter." Diesen Spruch mag ich gar nicht, kann mit ihm nichts anfangen.
Ich weiß, dass es weiter geht, aber für mich scheint es in dem Moment still zu stehen.
Vorbei zu sein.

Meine Schwester, sie fuhren wohl sofort los ... eine knappe Stunde später klingelten sie bei mir.
"Wo ist Mama, die sind nicht im Garten." waren ihre Worte.
In dem Moment ... oh weh, die sind bei unserer Tante.
Mein Schwager meinte "jetzt macht nicht mehr rum, ihr müsst es ihr jetzt sagen".
Ich sah meine Schwester an, schüttelte den Kopf ... "ich kann nicht."
Sie rief an, unser Onkel war am Apparat. Der Lautsprecher an meinem Telefon war an.
Aus den Antworten meines Onkels erfuhr meine Mutter was passiert war.
Sie weinte und sagte ständig "Mei Bua ... mei armer Bua."

Ich wollte sie und meinen Vater abholen, wollte nicht,
dass sie in der Situation mit der S-Bahn nach Hause fahren..
So oft war ich diese Strecke schon gefahren.
Ich verfuhr mich mehrere Male. Wie ich dann dort angekommen bin, weiß ich heute nicht mehr.
Im Auto dachte ich "das hast du dir eingebildet, die Worte waren doch klar, er ist über den Berg."
Ich war der festen Überzeugung, dass mich alle für verrückt erklären würden, wenn ich ankomme.
Es war alles so unwirklich. Er war doch vorher nie krank.
Die Gesichter, die Trauer, all das belehrte mich eines Besseren.
Alle waren sprachlos. Man spürte förmlich das Ensetzen über das für uns Unglaubliche.
Es war gerade Mittagszeit.
Nein, an essen war nicht zu denken.

Am Nachmittag trafen wir uns alle bei mir.
Meine Schwägerin kam auch.
Solche Tage ... das Unglück ist kaum begreifbar.
Und doch, man konnte es förmlich im Raum fühlen.
Die Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und den puren Schmerz.
Irgendwann versiegen auch die Tränen.

Ich wollte so gern von Dir Abschied nehmen. Und durfte nicht.
Durfte Dich nicht mal mehr am Krankenbett besuchen.
Du solltest tot sein. Ich konnte es nicht glauben.
Dass mich das mein ganzes Leben lang begleiten sollte,
dieses Gefühl mich nicht von Dir verabschiedet zu haben, das war mir damals nicht bewusst.

Viele Worte die ich Dir noch gern gesagt hätte.
Eine Freundin von mir meinte einmal:
"Du brauchtest ihm nicht sagen, dass Du ihn liebst, Eure Liebe war für jeden spürbar!
Das hat jeder gesehen."




Kürzlich habe ich einen Spruch gehört, so in etwa:

"Den eigenen Tod braucht man nur sterben,
aber mit dem der Anderen muss man leben."





Du bist nicht mehr da ...
und wir, wir müssen ohne Dich weiter leben ...

Noch heute, ich vermisse Dich so sehr!!!



Ja, ich wollte ... ich hätte so gern, es wäre so wichtig gewesen:

"Ich wollte noch Abschied nehmen ... und durfte nicht,
SIE hat uns nicht gelassen ... "

Ich vermisse Dich so sehr ... !!!
Ich werde Dich IMMER vermissen!!!


11 August 2010

Flugzeugabsturz Trudering am 11. August 1987




Heute ... ist er wieder, jener Tag ...
der Tag, der viel in unserer aller Leben verändern sollte.

Dienstag der 11. August 1987

An jenem Tag war ich am Abend mit einer Freundin unterwegs,
neben uns wurde über Flugzeugabstürze gesprochen.
Ich meinte noch "Ein merkwürdiges Thema, wenn man weg geht."

Es war nicht viel los in dem Pub, so fuhren noch nach Schwabing,
da standen die Strassenhändler mit ihren Zeitungen ...
und da sah ich die Schlagzeilen von allen Abendausgaben ...
Es ging um einen Flugzeugabsturz in München Trudering.
Da fiel mir das merkwürdige Gesprächsthema in dem Lokal ein.

Am nächsten Tag ... morgens um 9 Uhr rief mich Mama an,
sie weinte, immer wieder sagte sie die Worte "der Günter ... der Günter ... das Flugzeug".
Ich verstand nichts. Hatte überhaupt keine Ahnung was sie wollte ...
Ich erkllärte ihr noch "die fliegen doch erst im September in Urlaub".
Da sagte sie, "Der Bus, der Unfall in Trudering".
Erst da brachte ich alles auch das vom  vorigen Abend in Verbindung.
Ich bekam Angst, mir wurde schwindlig.

Die Worte meiner Mutter, es war nichts annähernd Vernünftiges aus ihr heraus zu bringen.
Sie erzählte etwas von 90% Verbrennungen.
Mir war sofort klar, das kann nicht sein,
dann würde er ... mein Bruder ... mein "großer Bruder" ... nein ... nein ... nein ...
Bitte nicht!!! Mehr wusste sie nicht.

Rational kann man in so einem Moment nicht handeln.
Ich ging erstmal los und kaufte mir einige Zeitungen. Ich überflog alles.
Es wurde von einem Flugzeugabsturz berichtet in den ein Linienbus verwickelt gewesen sei ...
Der Busfahrer hätte viele Leben gerettet ... ein Held ...
"Der Held von Trudering"
Da, ab da war mir klar was eigentlich passiert war.
DU warst der Busfahrer ... der Held.
Ich wollte keinen Helden, ich wollte Dich, meinen Bruder!!!

Ich hatte Angst, in den Zeitungen stand etwas von "schwerste Verbrennungen". Nichts klares, eindeutiges.
Auf Umwegen -warum ich selbst nicht darauf kam, das kann ich nur mit totaler Verwirrung erklären.
Ich habe im Krankenhaus angerufen.
Ich hatte Panik, wurde aber sofort mit dem behandelnden Arzt verbunden.
Ich erzählte ihm, was ich gehört und gelesen hätte.
Er meinte, ich solle zur Ruhe kommen,
So schlimm wie es in den Medien dargestellt würde, gehe es Dir nicht.
Plötzlich die Frage, ob ich mit Dir sprechen wolle.
Ich war fassungslos, noch eben warst Du für mich fast tot ... und jetzt ... telefonieren mit Dir, ja klar, gerne!!!
Wir haben uns unterhalten ... einige Zeit und dann sagte ich, dass ich Dich am Donnerstag besuchen würde.

Murnau ... für mich heute ein Ort ... allein das Wort ... es erfüllt mich noch immer mit Traurigkeit.
Eine Freundin meinte, ob ich jemanden hätte, der mit mir dorthin fahren würde.
Es wäre ihr gar nicht Recht, dass ich dort hin allein ... der weite Weg ... die Angst ... die Anspannung.
Aber ich bin allein ... wie so oft in meinem Leben ... ALLEIN!
Heute, im nachhinein bin ich froh, dass ich allein bei Dir war ... fast 3 Stunden mit Dir allein.
Es war wie immer, wir haben viel gelacht ..

Du sahst ganz schrecklich aus ...
Der Arzt nahm mich vor dem Besuch bei Dir zur Seite.
Er meinte, er müsse erst mit mir sprechen, sonst wäre der Schock zu groß für mich.
Ich musste erst durch eine Schleuse, grüne Kittel und dann ein Blick durch eine Glasscheibe.
Ich konnte Dich sehen aber Du mich nicht.
Ich sah Dich, die Verbrennungen ... anfangs war ich schon entsetzt.
Aber dann, Du warst wie immer, mein großer Bruder.
Die ganze Zeit, mir kam es gar nicht mehr so vor als wenn Du im Krankenhaus wärst.
Deine Verbrennungen waren mir egal ... ich liebte Dich doch so sehr!!!!
Du erzähltest von den vielen Reportern, die bei Dir gewesen sind, den Zeitungsberichten ...
Was die oft für einen "Schmarrn" schreiben. Sie legten Dir Worte in den Mund die Du so nie gesagt hast.
Viel zu schnell war die Zeit um, ich musste nach Hause, die Kinder aus dem Kindergarten abholen.
Beim gehen drehte ich mich 3x um ... noch heute weiß ich meine Worte :
"Ich komme wieder, besuche dich wieder ... bin bald wieder bei dir."

Deine Prognose war gut. Deine Frau und ich, wir telefonierten täglich.
Sie hatte sich in Murnau ein Zimmer genommen, um so oft wie möglich bei Dir sein zu können.

Ich war mit den Kindern ... meinen "Kleinen" an der Unfallstelle ... sprachlos stand ich da.
Unfassbar, dass Du aus dem Bus noch lebend raus gekommen bist.

Bus - Foto 2

Ich hab geweint ... so viele Schaulustige ... alle um zu sehen, dabei zu sein ...
den "Zauber des  Grauens" zu sehen und zu spüren.
Ich fand das unmöglich ... in der Zeitung wurde berichtet "Absturzstelle wird zum Ausflugsziel".

Am Freitag waren Mama und Deine Frau bei Dir.
Es war alles "normal" ... Du warst lustig ... ein "Gaudibursch" so wie wir Dich oft erlebt haben.
Am Abend erfuhr ich, dass Du eine halbe Stunde nach ihrem Besuch bewusstlos zusammen gebrochen seist. Ein Schock, es wäre wohl einiges zu viel für Dich gewesen. Die Reporter, der Trubel, die Fragen.
Der Schock wäre wohl wahrscheinlich gewesen. Aber wir alle konnten uns darunter nichts vorstellen.
Du konntest nur noch schwer atmen ... wurdest in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt.
Am Montag sollte Deine Hand, an der Du die schwersten Verbrennungen hattest, operiert und Haut transplantiert werden.

Medizinisch weiß ich das alles nicht mehr im Detail ...
Sie konnten Dich an dem Montag nicht operieren, weil Deine Gerinnung nicht in Ordnung war.
Sie haben versucht Dich aufwachen zu lassen.
Aber das atmen fiel Dir wohl zu schwer.
Ich war in dieser Zeit noch 3x in Murnau ... wir durften nicht zu Dir, laut Aussage Deiner Frau.
Nicht mal Deine Mutter durfte Dich sehen.
Heute würde ich das nicht mehr so einfach hin nehmen !!!

Dir so nah zu sein und doch so fern.

Ich wollte keinen Streit, keinen Ärger ...
wie sehr ich heute bereue ...

Wie konnte sie nur?


28 Juli 2010

Alles Gute kleiner Mann!!!!

Heute ist er kleiner Mann,
"This is your Day,
Happy Birthday to you!!!!

Dein 5. Geburtstag!!!!!

Ich wünsche Dir ALLES GUTE, viel Liebe in Deinem Leben und Gottes ganzen Segen und seine reiche Güte!!!!

Heute einmal Gänseblümchen für Dich, denn Du hast mir schon so oft welche gebracht.

Du hast mir schon so viel Freude gemacht.
Jeder Tag mit Dir ist schön ... Deine großen Augen ...

Dein Lächeln ...

Ich danke Dir für Deine Liebe ...

Ein Baby ... vor 5 Jahren warst Du ein Baby ...
klein ... lieb ... hilflos

Aber man vergißt .. wie schön es ist, wenn so ein kleiner Mensch
"Ich liebe Dich" sagt.

Jedes Alter mit Kindern ist schön ...
jedes Jahr ein kleines Geheimnis in dem es so viel zu entdecken gibt.
Das wünsche ich Dir und Deiner Mama sehr, dass Ihr beide noch viel miteinander entdecken könnt!!!

Ich liebe Dich mein kleiner Prinz!!!



27 Juni 2010

Alles Gute mein Mädchen!!!

Heute ist Dein Tag ...
und nachdem sich hier alles um meine "kleine Welt" dreht,
möchte ich heute diesen Beitrag ... schreiben ... für Dich mein "Kleine"!!!
Es geht Dir "wieder mal" nicht gutl.
Und so dachte ich in den letzten Tagen ganz besonders viel an die Tage nach Deiner Geburt.

Wir hatten ja schon ein Mädchen und ich sagte mal:
"Wenn ich mir meine Große so ansehe, möchte ich unbedingt noch ein Mädchen".
Und ... alle dachten Du wirst ein Junge ... aber wieder ein Mädchen ... und ich hab mich so gefreut.

Du warst ... zwar genauso groß wie Deine Schwester (53cm),
hast aber über 700g weniger gewogen als sie. Du warst so zart.
Eine Mangelgeburt erklärte man mir. Die Ursache war nicht klar.
Du bist geboren um 0.30 Uhr... am 27.06. (Siebenschläfer)  ;-)))


Am 28.06. morgens kam die Schwester mit Dir ins Zimmer und meinte ...
"Ihre Kleine hat ein Problem ... sie spuckt sehr viel ... hat schon fast 500g abgenommen,
jetzt spuckt sie auch noch Blut, wir haben schon den Kindernotarzt verständigt,
sie kommt in die Kinderklinik."

Meine Gedanken, meine Gefühle kannst Du Dir sicher vorstellen.
Du hast ja jetzt selbst  so ein kleines Mädchen.
2400 g hast Du dann gewogen... bei 53cm ... wenn ich Dich ansah ...
das hört sich jetzt bestimmt merkwürdig an,
 ich dachte ständig an das Märchen von Hänsel und Gretel ...
Die Stelle als Hänsel die Finger durch das Gitter steckt und sie noch zu dünn sind.
Deine Finger waren ganz dünn und lang.

Ich sehe Dich noch heute beim Transport in die Kinderklinik ... Du warst so winzig ... ich wollte nur eines:
In die Kinderklinik zur Dir ... schon 2 Stunden später war ich bei Dir.
Nach 1-2 Tagen hieß es, Du hättest Probleme mit dem Muskel am Mageneingang und durch das viele spucken ... sei wohl eine Ader geplatzt ... das wäre das Ungewöhnliche gewesen, weil Du eben Blut gespuckt hättest und das "normalerweise nicht vorkommt".
Aber jetzt, alles nicht so schlimm, Du wurdest mit so einer Art Hosenträger ins Bett gehängt, um den Muskel zu trainieren und bekamst Beruhigungsmittel für den Magen.
Nur ein paar Tage in der Klinik ... und Du dürftest nach Hause, natürlich müsste zumindest eine Tendenz zu sehen sein, dass Du zunimmst.


Dieses Bild entstand einige Wochen später im Krankenhaus, Dein Onkel Günter hatte mir seine Polaroidkamera geliehen.

Einige Tage später ... kamen wir zu Dir ins Zimmer ...
in meiner Erinnerung, ich glaube 3 Ärzte und 2 Schwestern standen um Dein Bett
sie waren ratlos. Kein Wort zu uns, ich spürte eine merkwürdige Stimmung ... Ratlosigkeit ...
mir wurde ganz schwer ...
 ... ich hörte etwas von geschwollenem Fuss ... ein Rätsel ... kein Mückenstich ... Untersuchungen ...
und ich, ich sah nichts ... keinen geschwollenen Fuss. Wo sollte der sein?
Ich war verzweifelt. Angst kam in mir hoch.
Später sagte man, Du hättest eine Knochenhautentzündung und müsstest noch länger in der Klinik bleiben.
Dies wäre am Fuß bei Babys ungewöhnlich und wieder der Spruch "normalerweise kommt das so nicht vor".
Jetzt bekämst Du hoch dosiertes Antibiotika als Infusion, den Fuss in Gips ...
erinnerst Du Dich, den hab ich Dir schon oft gezeigt?
Mein Mädchen ... mein kleines Mädchen ... mein Sorgenkind ...
Immer wieder wurde ich vertröstet ... immer wieder hieß es:
"Wenn morgen die Blutergebnisse in Ordnung sind, dann darf sie heim."
Ich konnte nichts essen ... Hunger bekam ich erst, wenn ich bei Dir in der Klinik war.
Ich pumpte daheim die Milch ab, wenn ich in der Klinik bei Dir war, stillte ich Dich,
um Dir wenigstens so, in dieser Zeit ganz nah zu sein.

Deine "große" Schwester selbst erst 2,5 Jahre alt, war in dieser Zeit sehr viel bei Deinen Großeltern,
aber nach einiger Zeit, sie mochte nicht mehr.
Sie hatte Sehnsucht ... nach Dir, ihrer "kleinen Schesta ... ihrem Baby ...",
nach mir ... nach einem "normalen Familienleben".
Ich konnte nicht anders ... täglich war ich über 7 Stunden bei Dir ... fast 9 Stunden aus dem Haus.
Es war wie ein Zwang, nur wenn ich Dich sah, fühlte ich mich besser.
Ich wollte bei Dir sein! Am liebsten ständig.


 Immer wieder neue Infusionen, immer wieder neue Stiche ... Sogar einen Herzkatheter haben sie Dir gelegt. Immer wieder hieß es, Du dürftest bei guten Blutergebnissen nach Hause. Ich glaube 3x habe ich Deine Kleidung mit in die Klinik genommen und immer wieder ... musstest Du dort bleiben.
Was ich in dieser Zeit alles für Schicksale anderer Kinder gesehen habe ... unvergesslich bleibt mir das.

Eines Tages, wieder die Kleidung dabei, ich sah in Dein Zimmer eine Schwester stand neben mir
(sie war zu der Zeit schwanger). Sie meinte "Ja, sehen sie nur rein, der Tropf ist weg".
Und mit Tränen in den Augen sagte sie: "Sie darf heute nach Hause". 
Du warst zu der Zeit ... ein Sorgenkind der Station ... ein
"So was gibt es eigentlich nicht - Kind".
Alle waren froh, als Du endlich nach Hause entlassen werden konntest.
Ein Sonderfall ... der Stationsarzt hat uns noch Jahre später wieder erkannt.


Meine "Kleine", noch heute ... es hört sich so grauslich an ... aber immer wieder... und Du weißt warum ... die  "schlimmen Jahre" ... Du weißt ... immer wieder warst Du mein Sorgenkind.


Es gibt einen Spruch ...
"Wen Gott liebt, den züchtigt er."
Er muss Dich sehr lieben mein Mädchen ... !!!!!

und auch ich:
Ich liebe Dich so sehr!!!!

Ich wünsche Dir heute einen ganz schönen Geburtstag!!!! Eine schöne Feier!!!!
Für Dein neues Lebensjahr wünsche ich Dir für Dich und Deine Familie, ganz viel Gesundheit ... Liebe ... Freude und
Segen ... Segen ... Segen !!!!

Und dieses Lied ist für Dich:
"Liebe ohne Leiden  und eine Hand die Deine hält ..."


Gott schütze Deine Lieben und Dich meine Mädchen!!!!

06 Mai 2010

Ein Tag im Mai ...

Gestern war er ...unser Tag ...
auch an jenem 5.5. war das Wetter grässlich ...
obwohl wir extra im Mai ... mein Mann wollte das so ...
weil er meinte, da ist es wärmer ... ;-))))
aber  nichts wars mit wärmer ...
es war kalt, richtig kalt ...
aber Sonnenschein in unseren Herzen!!!


Mit diesem Tag verbinde ich heute noch dieses Lied:

http://www.youtube.com/watch?v=EStSrVt-59w

Leider wurde unser Tag getrübt ...
ich mache mir Sorgen ...
um meine "kleine Tochter" ...