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26 Juli 2010

Loveparade 2010

Im Moment bin ich eher selten hier ...
Wir haben unsere Sorgen ...
Ich ziehe mich zurück ...
Aber das ... muss jetzt irgendwie raus ...
Ich bin traurig ... entsetzt ... wütend ... irgendwie auch sprachlos ...


Erst einmal möchte ich den Angehörigen und Freunden der Menschen die am Samstag gestorben sind, mein tiefes Mitgefühl aussprechen!!!
Ich weiß was es heißt einen Menschen durch ein Unglück zu verlieren.  Ich fühle mit ihnen!


Ich will den Verletzten sagen, dass viele Menschen in Gedanken bei ihnen sind.
Ich wünsche ihnen alles Gute und baldige Genesung!

Ich bin entsetzt darüber was da am Samstag passiert ist.
Da wollten viele Menschen feiern und es kam zu dieser Tragödie.

Man sagt so leicht: „Ich würde da nicht hin gehen“.

Und dann: „Nein, Halt“, dann dürften wir nicht mal in eine überfüllte U-Bahn einsteigen ... nicht auf Volksfeste gehen ... nicht in Konzerte, nicht ins Theater ... nicht mal ins Kino ........ so eine Panik kann überall ausbrechen.

Aber was da jetzt im nachhinein passiert, entsetzt mich zusätzlich.

Keiner (!!!) keiner will dafür die Verantwortung übernehmen, keiner hat Schuld.

Da sterben Menschen ... Hunderte Verletzte ... .Menschen, die dadurch lange psychische Probleme haben werden... ..

Und dann, dann war es keiner, keiner will Schuld auf sich nehmen ... es waren die „Anderen“.
Manche gehen sogar beinahe so weit den Opfern selbst die Schuld zu geben. ???????????

Gehts noch????

Immer wieder passiert so etwas. Das "Opfer" ist dann Schuld. Da stirbt jemand nach einer Katastrophe, rettet noch Menschenleben und dann, dann bekommt er noch Teilschuld, weil der "Depp" nur eine Nierenleistung von 95% hatte. Hallo????
Ohne den Unfall wäre das doch gar nicht zum tragen gekommen ....!!!!!!!!!!! Aber, ich schweife ab ...

Auch hier habe ich ähnliche Reaktionen gehört. Wie etwa: "Warum gehen kranke Menschen auf solche Veranstaltungen, wenn sie es psychisch nicht aushalten?" So eine Aussage kann ich nur kommentieren mit:
"Ohne Worte!!!"

Wenn ich eine Veranstaltung organisiere, egal in welcher Größenordnung, muss mir klar sein, dass ich auch Verantwortung für meine „Besucher“ übernehmen muss.
So etwas passiert so oft, dass die „Schuld“ abgewälzt wird, auf „Andere“.

Was ich jetzt höre ... sehe ... lese ...

Da stellen sich Besucher der Loveparade vor die Kamera und sagen allen Ernstes:
„Die Stimmung war sehr gut aber durch die Meldungen der Toten wurde sie immer wieder nach unten gedrückt“. ????????????
Da, da fällt mir einfach nichts mehr ein.
Als ich das hörte kamen mir nur noch die Tränen.
Da schreibt jemand „Niemand hat die Menschen gezwungen dort hin zu gehen“. ?????? 

Unglaublich!!!!!!!!!!!!!

Was haben solche Personen eigentlich für ein Gefühl wenn sie an ihre Mitmenschen denken?

Hallo???? Da sind 20 Menschen gestorben ... über 500 verletzt ... viele hatten Todesangst ...
Für die Betroffenen und die Angehörigen sind solche Sätze der blanke Hohn!!!

Wie kann man so gefühllos reagieren?

Das ist doch egal ... wo man hin geht, man erwartet, dass die Verantwortlichen für die Sicherheit der Besucher sorgen. Schließlich gibt es für solche Veranstaltungen auch Sicherheitskonzepte. Ansonsten halte ich zu Hause eine Grillparty ab und dann weiß ich, dass ich für meine Sicherheit selbst verantwortlich bin!

Haben Menschen die solche Äußerungen von sich geben, schon mal jemanden,
den sie liebten, der ihnen wichtig war, verloren?

Man ist geschockt ... zu keiner normalen Regung fähig ...
kann nicht glauben, dass "so etwas" passiert.

Ich kenne die Örtlichkeiten nicht aber das was ich so sehe, stimmt mich schon nachdenklich. Für so viele Menschen, da wirkt dieser Tunnel wie ein „Nadelöhr“. Und dann strömen von beiden Seiten Menschen zu einem Punkt. Zusätzlich hinzu kommen die, die wieder „raus wollen“. Das erscheint fast unmöglich.

Für mich stellt sich das dar, als wenn ich einen dicken Strick durch eine Nähnadel ziehen möchte.

Wieso stellt sich jetzt keiner der Verantwortlichen?

Jeder will immer Verantwortung bekommen, Aber wehe, wenn etwas passiert, dann will diese Verantwortung plötzlich keiner mehr übernehmen. Es wird die Schuld abgewälzt. Aber es gibt hier doch Veranstalter und jemanden der so eine Veranstaltung genehmigt.

Warum fällt es vielen Menschen so schwer eigene Schuld klar und offen zu erklären? Jeder von uns macht Fehler und dazu sollte man stehen.
Schwierig wird es natürlich wenn durch diese Fehler andere verletzt werden oder gar ums Leben kommen.


Ich möchte Kerzen anzünden, für die Opfer und die Angehörigen ...

Kommentare:

  1. Liebe Angelika,
    ja, schrecklich ist das, und ich sass auch völlig entsetzt vor'm TV und hatte Tränen in den Augen. Ich stelle mir immer vor, wie schauderhaft das sein muss, wenn man irgendwo raus will und einfach nicht KANN, weil es von allen Seiten schiebt und zerrt und drückt. Und was das für ein grauenhafter Tod sein muss.....Und das Grauen setzt sich fort für all diese Menschen, die andere zu Tode trampeln mussten, weil sie keine andere Chance hatten....Denn jeder, der umfiel, war in höchster Lebensgefahr! Wie geht man damit um für den Rest seines Lebens??
    Und ganz, ganz böse macht mich die Tatsache, dass ein besseres, aber auch teureres Sicherheitskonzept vorhanden war und natürlich wieder mal aus finanziellen Gründen nicht angewendet wurde. WIE KANN MAN DEN KOMMERZ ÜBER DIE SICHERHEIT ANDERER MENSCHENLEBEN STELLEN?? Aber so ist das heut einfach überall, Hauptsache, die Kasse stimmt, der Rest ist nebensächlich....Egal, ob es um Naturschutz, Tierschutz oder was auch immer geht. Und daran darf ich gar nicht allzu oft denken, sonst könnte man verzweifeln...

    Meine Liebe, ich wünsche dir trotz allen traurigen Gedanken viel Schönes, Helles, was deinen Tag bereichert!
    Ich drück dich und sende herzlichste Grüsse,
    deine Hummel

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  2. Hallo
    ja ich bin auch entsetzt über dieses Unglück. DAS hätte wirklich nicht sein müssen. Und die Schuldabweisungen auch nicht! Die haben gar keine Ahnung wie sich sowas anfühlt. Wir hatten hier im Dorf am Samstag unser jährliches Ortsfest und wie jedes Jahr standen in der engen Strasse immer 2 Getränkebuden einander gegenüber. Ich war dort mit meinem Bruder und einem guten freund und beide habe ich in dem gedrängel verloren.Es ging nicht vor und nicht zurück u dann kam noch eine rangelei dazu... Ich hatte grosse angst und habe tiefes Mitgefühl mit den Opfern. Vor allem mit denen, die damit nun weiterleben müssen...
    Ich schicke dir trotz allem viel Sonnenschein rüber und fühl dich gedrückt! Und danke für deine geschriebenen Worte, es gibt doch noch Menschen die mitgefühl haben.
    Lg Petra

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  3. ...eigentlich ist alles gesagt ... bzw. geschrieben worden von dir... schließe mich jedem einzelnen Wort an! Ich hoffe nur daß die Staatsanwaltschaft ENDLICH mal durchgreift und die Schuldigen gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden... aber bei unserem Rechtsystem habe ich nicht allzu große Hoffnungen... leider!
    Ich danke dir für deine Zeilen und drück dich ganz fest. Ich wünsch dir weiterhin viel Kraft und für deine "Kleine" alles Liebe... denk oft an euch... Liebe Grüße, Ursula

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