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22 Oktober 2011

Noch einmal Deine Hände halten



Nachdem ich heute die Rechnung vom Steinmetz erhalten habe,
war fast klar, ER ist da ...
Der Stein, Euer Stein ...
Sofort wusste ich, ich muss dort hin ... schauen ob er da ist, Euer Stein.
Es ist inzwischen eine Regelmäßigkeit entstanden,
am Wochenende auf den Friedhof.


Er ist sehr schön ... Euer Stein
Sofern man SOWAS schön nennen kann ...
Jetzt hat auch Günter wieder einen Stein,
nach fast 4 Jahren hat er wieder einen Stein.

Jetzt steht da auch Dein Name ...
Mama ... es tut immer noch so weh ...
Wieder ein Stückchen mehr Wahrheit,
Dein Name auf diesem Stein ...
Ganz oben steht: "Für immer geliebt", denn: "Die Liebe bleibt"
Du fehlst mir so sehr!!!

Walzer für Dich (PUR)


Mama, ich würde so gern Deine Hände halten, wieder ... ich bereue keine Minute ... Mama ... 


So gerne würde ich mit Dir nochmal spazieren gehen, in unserem Park.


"Unser Park" war der Englische Garten. 
Ich kann mich noch an unseren letzten gemeinsamen  Spaziergang dort erinnern. 
Winnie war noch klein, sie wollte spielen, Du bist so schnell voraus gegangen.
Schon da, warst Du sehr verändert, niemals hättest Du mich mit dem Hund allein stehen gelassen. 
"Normalerweise" hättest Du den Hunden zugesehen beim spielen ...

Du hättest "Pfiade" gesagt und nicht "Ade".
Ich weiß noch mein letztes "Pfiade Mama" an Dich ... 

Mama ... ich würde gern nochmal mit Dir spazieren gehen ... 
Anders als in dem Gedicht, fällt es mir schwer "zuzustimmen", dass ES nun so ist ... 

Mama, die Liebe bleibt!!!




17 Oktober 2011

Es hundelt ...



Am Samstag hatten wir einen kleinen "uiiii - Moment".
Sie schlafen zusammen in einem Korb. 
Nachdem Winnie IHM am Nachmittag mal gehörig ihre Meinung gesagt hat, 
war sein Respekt vor ihr doch etwas größer. 
Aber ihr Körbchen ist einfach zu verlockend,
meistens geht sie, wenn ER kommt. 
Aber dieses Mal, hat sie sich dann doch dazu gelegt.
Ganz vorsichtig, damit sie ihn nicht "platt" macht, der Größenunterschied ist doch beträchtlich.



Das ist sein typischer "Das ist meines, bleib bloß weg - Blick"


Das ist Winnie im gleichen Alter:


Diesen frechen Blick wie ER, hatte sie nicht. 
Mit ihr musste ich nie kämpfen ... aber ER ... hat es faustdick hinter den Ohren. 

Die Welt aus seiner Sicht:

Da, soll ich rein?


das denkst du ... 


Geschafft ... entwischt ... 

Wieso soll ich auf der Decke schlafen? 
Bananenblätter sind soooo bequem, gut dass ihr sie abgeschnitten habt,
keine Ahnung habt ihr Menschen.

Ein Bett im Bananenfeld ...lalala



Immer müssen die Menschen ihren Willen durchsetzen ... ob ich glücklich bin, interessiert die nicht.



Nein, ich schlafe nicht, ich tu nur so, damit die endlich Ruhe gibt ... 


Aus Winnies Sicht:

Musste DAS wirklich sein, dass die DEN anschleppen? 
Es war so ruhig und friedlich hier, ständig nervt DER mich!!!!
Und: Keiner tut was ... 


Da hilft manchmal nur eines:
Augen zu und durch:



Letzte Woche habe ich schon mal einen Warnschuss abgegeben.
Ich bin einfach nach oben gegangen, 
zu "unserem kleinen Prinz". 
DAS habe ich noch nie gemacht. 
Die haben einen richtigen Schreck bekommen und mich  nach unten gelockt ... 
mein Blick war super, wörtlich meinte ich:
"Mir reichts, ich zieh aus ... "
Seitdem verwöhnen sie mich mit Leckerli. 
Auf das Wort "Lumpi" höre ich inzwischen perfekt, wenn das gerufen wird, komme ich sofort.


13 Oktober 2011

Familienzuwachs


Unsere Welt hat sich verändert, wieder mal ... 
denn seit Sonntag ist "ER" da ... 




Er ist ein typischer "Stiangglanda-Hund". Keiner weiß wer mit wem ... wann ...
Der Tierarzt vermutet er ist 6 - 7 Wochen alt.

Im Moment bestimmt er alles hier. 
Und Winnie ist überhaupt gaaaaaaaaar nicht begeistert von ihm. 
Am Sonntag als ich mit ihm ins Auto stieg, sah sie mich an, so nach dem Motto
"Was will denn DER hier?"
Beleidigt war sie auch, Blick nur nach hinten aus dem Fenster. Ignoranz total ...
Benehmen wie ein typisches "Einzelkind".

Aber wehe er winselt, dann kommt sie erstmal und schaut was los ist,
geht aber dann gleich wieder.
Jegliche Spielaufforderung von ihm ignoriert sie und er schaut immer nur, rennt hinter ihr her.

Beim Namen haben wir lange überlegt,
dann hatte mein Mann den Einfall "Lumpi",
DA wussten wir noch nicht, dass DAS die Wahrheit ist. 

So pflegeleicht wie unsere Winnie als Welpe war, ist ER nicht!!!
Sie ist ein Seelchen und er ein richtiger "Lausbua", zwickt, beißt ... knurrt ...
KNURREN ist etwas was Winnie NIE (!!!) gemacht hat.
DAS ist ein typisches Bild:


Sie frisst und er beißt sie inzwischen in den Schwanz.

In Bayern sagt man zu so einem "Rotzleffe"

Er zu ihr in den Korb und wenn es ihr zu viel wird, geht sie.
Glücklich sieht sie dabei nicht aus, denn ER ärgert sie schon wieder, beißt sie in den Schwanz.
Manche "Hundekenner" würden unsere Winnie "souverän" nennen.
MIR tut sie leid!!! 


Ich habe heute bei Nicole gelesen, dass so eine "Zusammenführung" gelingen kann und darauf hoffe ich!!!!

Denn dieser freche Blick, genau das ist ER!!!
Unwiderstehlich ... zumindest für mich.


Doch ich gebe zu, ich habe mich auch schon hinreißen lassen und hab zu ihm "Du Mistvieh" gesagt. 
Aber, er ist gleichzeitig wieder so süß, beim Tierarzt wurde ich gefragt ob das ein Hund oder ein Teddybär ist.


ER findet, dass unser Garten dringend eine "Umgestaltung" nötig hat,
sowas soll man ja nicht lange "aufschieben"


und anschließend dieser Blick, ich habe nichts gemacht:



Ich bin froh, dass wir ihn haben, er lenkt mich ein wenig ab.

Dennoch MAMA Du fehlst mir so sehr!!!!




20 September 2011

Pfiade Mama (Teil4)





Wenn ein Mensch geboren wird, 
freuen wir uns, 
wenn er heiratet, jubeln wir,
doch wenn er stirbt,
tun wir so, als ob nichts geschehen sei. 
(Margaret Mead 1901-1978)


Tears in heaven / Eric Clapton


Ja, manche gehen zur Tagesordnung über ... ich nicht ...
Und dann gibt es da diese "leisen" Menschen, sie reden nichts ... 
und irgendwann ... wie ein Flügelschlag kommen Worte, die verblüffen. 


"Telefonieren"  ... mit meiner Mama ... 


Du weißt gar nicht welche Freude Du mir damit gemacht hast!!!!

Allein bei dem Gedanken kommen sie, die Tränen der Rührung ... 



Und ich bin mir sicher, meine Lieben dort oben, sie weinen nicht mehr ...



Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben.
Leid, Klage und Schmerzen wird es nie mehr geben, denn was einmal war, ist für immer vorbei.
(Offenbarung 21,4)








14 September 2011

Demenz ... Deine eigene Welt ...


Ich habe eben gelesen ...
bei Elisabeth

Wer es nicht erlebt hat, weiß nicht was DAS heißt:
Demenz - Alzheimer

Ich hab das bereits zwei mal erlebt,
bei meiner Tante und meiner Mama ...
Jahrelanger Abschied
Dein langsamer Abschied Teil1

Es ist ein jahrelanger Abschied ...
bei jedem Besuch ... 



Eigene Welt
Du lebst jetzt in Deiner eigenen Welt,
vielleicht weil Dir die heutige nicht gefällt?
Du weilst in Deiner Vergangenheit,
kommst nicht mehr mit in meine Zeit.
Du siehst die Welt mit Deinen Augen,
es tut mir weh, ich möcht es nicht glauben.
Du weißt nicht mehr wer ich bin,
trotzdem schmiegst Du Dich zu mir hin.
(Darf ohne meine Genehmigung nicht gewerblich genutzt, nicht vervielfältigt und auch nicht veröffentlicht werden)



02 September 2011

Mauer eingerissen



Sie war da, unsere "kleine Prinzessin" hat bei uns Urlaub gemacht. 
Ich hatte Angst vor dieser Zeit ... habe ich genug Kraft für sie? DAS habe ich mich oft vorher gefragt.
Aber ich wollte sie doch so gern bei mir haben. 
"Granny ich vermiss Dich", hat sie zu mir gesagt. 
Wer könnte da widerstehen?
ICH nicht!!! 



Sie kam und siegte. 
Sie besiegte meine Einsamkeit. 
Ganz langsam hat sie meine Mauer abgerissen. 
Die beiden, haben sie besiegt, unser "Prinzenpaar". 



Und wenn doch mal die Tränen flossen, dann sagte sie: 
"Du bist traurig wegen Deiner Mama, ich vermisse meine Uroma auch ... "


Einsamkeit dahin
Mit Deinem kleinen Lachen,
hast Du meine Mauer aufgebrochen.
Du hast angeklopft bei mir,
ich öffnete im Herzen eine Tür.


Wenn ich doch mal traurig war,
dann standest Du ganz schnell da,
und Du sagtest einfach und klar:
„Du bist traurig wegen Deiner Mama.“
(Darf ohne meine Genehmigung nicht gewerblich genutzt, nicht vervielfältigt und auch nicht veröffentlicht werden)




Ich danke Dir / Euch dafür!!!
Ihr habt für diese Zeit mein Leben ein wenig heller gemacht.


Jetzt bist Du wieder weg und ich vermisse Dich entsetzlich!!!
Die "Mauer" ist wieder da und mit ihr die Einsamkeit,
die Einsamkeit der Trauer ... 



Pfiade Mama (Teil 3) ... nun bist Du fort ...








Nun bist Du fort / Jürgen Werth


Nun bist du fort 
Nun bist du fort, und nichts auf dieser Welt bringt dich zurück. Nun bist du fort.

Hätt' ich dich nicht gekannt, wär dieser Tag ein Tag wie tausende zuvor. 
Doch nun wisch ich mir ganz verschämt die erste Träne vom Gesicht. 
Nun bist du fort... Schon gut - ich weine nicht!

Du hast geglaubt an den, der selbst die Auferstehung war. 

Du hast geglaubt, und du hast oft gesagt, wenn du mal gehen mußt, gehst du zu ihm. 
Doch sag, was bleibt mir nun von dir, was ist davon schon von Gewicht? 
Nun bist du fort... Schon gut - ich weine nicht!


Ich weiß, du lebst, du bist nun frei und froh wie nie zuvor.
Ich weiß, du lebst, doch schreibst du nie mehr einen Brief, rufst nie mehr an. 


Du lebst, als wärst du tot. Ich weiß, ich weine nur um mich. 
Wie ich ihn hasse, den Verzicht! Nun bist du fort...
Schon gut - ich weine nicht!


Ich weiß nicht wie, doch hinter Wolken sehe ich ein schwaches Licht. 


Ich weiß nicht wie, doch du, ich freu mich auf einmal ganz leis für dich. 
Du weißt nun mehr als ich. 
Ach, du, ich tu dir sicher leid, wie ich hier steh im Kerzenlicht. 
Nun bist du fort...
Schon gut - ich weine nicht!


Du bist zu Haus, du gingst mir nur ein kleines Stück voraus.
Du bist zu Haus! 


Die Uhr an deinem Arm steht nun für immer still, die Zeit hat ausgedient. 
Der Tod, die Schmerzen sind vorbei.
Ich glaub, zurück willst du wohl nicht. 

Nun bist du fort... denn du lebst in Gottes Licht.
(Jürgen Werth)






Mama ... Du kennst mich ... und Du weißt, dass ich weine ...
um Dich ... 

um mich ...
um uns ....





23 August 2011

Ein weiteres Jahr ohne Dich ...



Wieder ein Jahr ohne Dich ... und immer noch fehlst Du mir so sehr!!!

Du bist mein Bruder, immer noch. Wenn ich gefragt werde: "Wie viele Geschwister haben sie?"
Sage ich immer 2, eine Schwester und einen Bruder, der lebt nicht mehr. 
Ja, ich habe 2 Geschwister, denn Du wirst IMMER mein Bruder sein!

Weißt Du, man hat Angst, dass die Eltern sterben. Denn das "ist der Lauf der Welt". 
Aber, dass der Bruder stirbt, auf so entsetzliche Weise, daran denkt man nicht. 

Als Du im Krankenhaus lagst, diese Verzweiflung. Keiner dachte, dass ES geschehen könnte. 
Und doch hatte ich Angst, wagte es nur nicht, mir einzugestehen. 
Wenn ES dann passiert, das wovor man solche Angst hatte, es ist viel schlimmer als man es sich vorstellt. 

Ich vermisse Dich so sehr!!! 

Du weißt ja was passiert ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass Ihr jetzt zusammen seid!!!
Du, Mama und Papa. Ich sehe Euch im Garten sitzen, unter dem Apfelbaum mit einem großen Masskrug.
DAS ist der einzig tröstliche Gedanke für mich!!

Auf Eurem Grabstein ... Deinem und Mama´s ...  Du bekommst wieder einen Stein!!! 
Da wird stehen:
"Für immer geliebt"
Ja, Ihr seid für IMMER geliebt. 


11 August 2011

Großer Bruder ... es tut immer noch weh!!!


Heute jährt er sich wieder, jener Tag ...


Erinnerungen ...



Viele sagen "Es ist doch schon so lange her ... so lange vorbei ... du musst vergessen."
Was soll ich machen, wenn ich nicht vergessen kann?
Wenn die Tränen, so manches Mal, nicht versiegen wollen?
Manche Erinnerungen sind wie ein schwerer Sack, man trägt sie mit sich, will sie nicht mehr haben.
Man versucht sie loszuwerden, aber es gelingt nicht. Irgendwann findet man sich damit ab.

Aber es gibt Erinnerungen, die sind kostbar.
Auch wenn sie traurig machen, man möchte sie nicht vermissen.
Die Tränen die man dann weint, sind kostbar wie Edelsteine.

Es gibt einen Spruch, wie so oft, kann ich ihn nicht wörtlich zitieren:

"Es ist besser etwas besessen und verloren zu haben, 
als es nie besessen zu haben.
Der Schmerz kann nur das Herz töten, aber die Seele nie."

(Verfasser unbekannt)



Großer Bruder ... Du fehlst ... !!! Immer noch!!! 
Besonders jetzt ... ich hätte Dich so sehr gebraucht ... an Mama´s letzten Tagen ...
Bestimmt ist sie jetzt bei Dir, bei Euch ...



02 August 2011

Mama ... Dein langsamer Abschied (Teil 2)



Heute ... 13 Wochen und 1 Tag ... ohne DICH!!! 


Ach Mama ... seit Wochen habe ich geschrieben ... DAS hier einzustellen, fällt mir so schwer. 
Der Beginn DEINER GESCHICHTE ... 
schwarz auf weiß ... 
Tatsache? 
Ich will nicht, dass ES Tatsache ist ... 


Ich will Dich wieder haben ... Mama ... 
Du fehlst mir so sehr!!! 






Die Liebe bleibt / Peter Maffay


***

Mama, sie haben mir nicht Bescheid gesagt, es tut mir so leid!!! 
Auf jeden Fall, hätte ich Dir beigestanden vor und nach Deiner Operation!!!
Nie ... nie werde ich mir verzeihen, nicht für Dich da gewesen zu sein!!!! 

Deine Betreuerin  .... wie beim letzten Mal ... hat sie mich nicht informiert. 
Im Nachhinein hat sie im Heim erklärt sie hätten alles richtig gemacht, SIE zu informieren. Wer dann die Angehörigen informiert ... ? 
Das Heim nicht, die Betreuerin nicht ... 
WO BLEIBEN UNSERE RECHTE???

Mama, so weit ich später erfahren habe, bist Du am Mittwoch den 20.04. gestürzt und kamst ins Krankenhaus. 
Du hattest einen Oberschenkelhalsbruch und wurdest operiert . 
Zum ersten Mal in Deinem Leben eine OP, in Deinem Alter ... 
Ich glaube nicht, dass ich dem zugestimmt hätte. 
Ich weiß nicht ...

Das Heim hat Deine Betreuerin, am 20.4.  informiert. 
Am Mittwoch vor Ostern auf ihren Anrufbeantworter gesprochen. 
Bei mir hat sich niemand gemeldet.


6 Tage später  (am Dienstag nach Ostern!!!) bekam ich am Nachmittag 
um 13.30 Uhr einen Anruf einer Ärztin aus der Klinik. 
Sie sagte, dass es Dir schlechter gehe, Du wohl in der Nacht einen Schlaganfall gehabt hättest. Du wärst am Vormittag noch ansprechbar gewesen und jetzt plötzlich so ruhig, man mache sich Gedanken. Im Krankenhaus machte  man sich Gedanken, dass Du keinen Besuch von Deinen Angehörigen bekamst, die Betreuerin und die im Heim machten sich diese Gedanken nicht!
Wie konnten sie nur ... ???




***

Noch heute bin ich dieser Ärztin dankbar, 
ohne sie ... wenn sie sich nicht "Gedanken" gemacht hätte ... 
nicht "nachgedacht hätte" ...
wer weiß ... weiter kann ich nicht denken... 
sie hat nachgedacht!!! 


Gott segne sie dafür!!! 




***


Ich fragte sie, was passiert sei, wieso Du im Krankenhaus liegst, ich wüsste davon nichts. 
Ich konnte kaum sprechen, sie erzählte mir was vorgefallen ist. 
Ich bin sofort in die Klinik gefahren ... Wie blind fuhr ich, Tränen liefen über mein Gesicht. 
So oft hatte ich schon gehört „Oberschenkelhalsbruch ... Schlaganfall“ ... 
Meine Oma ist an einem Schlaganfall gestorben, das wusste ich noch. 


Deine Betreuerin und das Heim fanden es wieder nicht für erforderlich, mich über Deinen Krankenhausaufenthalt zu informieren.
Sie nahmen mir so die Möglichkeit noch ein letztes Mal mit Dir zu sprechen, 
... noch ein einziges Mal Worte von Dir zu hören. 


Dein Tod / Kyra


Ich hatte Angst ... Angst wieder zu "verlieren" ... ich hatte doch schon ... 
die Beiden verloren ... meinen Papa ... meinen Bruder ... 

Wir waren über Ostern daheim. 
Zum ersten Mal, seit es Deine Enkelkinder gibt, gab es bei uns kein großes "Ostereier suchen" ... 
Ich wollte nicht, wusste nicht warum, ich wollte einfach nicht. 
Heute bin ich froh, wenn ich mir vorstelle, Du liegst im Krankenhaus,
wir wissen nichts davon ... und  feiern daheim, alle zusammen, Ostern ... 
Als Du das letzte Mal im Krankenhaus lagst, war ich täglich bei Dir. 
Dieses Mal ... warst Du 6 Tage allein ...
wegen ihnen ...
Ihnen ist es egal, aber ich muss DAMIT leben!!! 



***


Der Betreuer hat lt. BGB § 1901 so zu entscheiden, 
wie der Betreute selbst entscheiden würde, wenn er selbst entscheiden könnte. 
Ich weiß,  Mama Du wolltest nicht 6 Tage allein im Krankenhaus liegen.




 *** 


Als ich ankam, war ich mit Dir allein. Ich war fassungslos, als ich Dich sah. 
Ich hatte, meine Familie informiert und wusste sie kommen alle noch, doch ich fühlte mich so einsam, war so verzweifelt. 
Mehrmals rief ich sie an, wo sie denn wären, ich bräuchte sie dringend. 
Wie es immer so ist ... ausgerechnet da, ein Stau.


Mama / Christina Stürmer


Ich war so froh, als sie endlich kamen. Gesprochen haben wir kaum. 
 Wir standen zu viert um Dein Bett, Deine beiden Enkelinnen, Dein Schwiegersohn und ich. 
Die ganze Situation erschien so  „hoffnungslos“. 
Informationen hatte ich bis dahin noch wenig, wusste nur das, was die Ärztin mir am Telefon gesagt hatte. 
Ich suchte jene Ärztin, sie meinte, Du hättest einen schweren Schlaganfall gehabt.
Ich war entsetzt, bis zu diesem Moment, bis zu diesen Worten hatte ich noch Hoffnung.
Die waren mit den Worten "schwerer Schlaganfall" nun zerstört. 
Sie wollten jetzt weiter beobachten wie Du Dich entwickelst, ob Du Dich wieder erholst.
Was "zurück bleiben" würde, könnte man erst in ein paar Tagen sagen.


 Dass Du Dich von diesem Schlaganfall nie mehr erholen würdest, 
nie mehr die „Alte“ sein würdest, wusste ich bereits in diesem Augenblick.
Ausgesprochen hat diesen Gedanken von uns keiner.


***

Dich so zu sehen. Deine Augen, Du hast mich angesehen. Du hattest Augenringe und die Augen lagen ganz tief in den Höhlen. Ich hatte das Gefühl, Du wusstest wie hilflos Du da liegst. Ich musste mich schon sehr beherrschen, nicht ständig zu weinen. Ich wollte nicht, dass Du meine Tränen siehst,  Du solltest keine Angst bekommen.
Ich wollte Ruhe für Dich! 

Noch immer hatte ich die Hoffnung nicht aufgegeben, obwohl ich wusste, dass es sehr schlecht um Dich stand.


Als ich da so stand, wurde mir bewusst ... in unserer Rollenverteilung ... Du bist jetzt die "Hilflose", die die beschützt werden muss. Ich muss Dich beschützen, alles was geschieht "überwachen". 
Jetzt hatte ich das Recht auf "Kind sein" verloren. 


Ich erinnerte mich daran, wie Papa damals im Krankenhaus war, an seine "letzten Tage".
Ich wollte nicht ... dass DAS Deine letzten Tage sind. 
Aber eine Ahnung beschlich mich. 
Gleichzeitig hatte ich Angst davor, dass Du nun "SO" noch Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre, .... "existierst". 

Ganz tief in mir fing ich an zu beten ... um Hilfe für Dich, 
dass Du nicht leiden musst ... 
und doch gleichzeitig hatte ich diese Angst, dass Du nun "nach Hause" gehst ... 
Ich hatte Angst Dich zu verlieren, Angst dass Du mich verlässt.
Angst schon wieder jemanden gehen zu lassen, den ich liebe. 
Angst meine Mama zu verlieren ... 


Es ist "normal", dass die Eltern vor einem "gehen". 
Aber, wenn es "so weit" ist ... so weit sein könnte ...
Ganz leise liefen die Tränen ... "einfach so ... "



Halte durch / Xavier Naidoo

Wir wussten es schon lange ... irgendwann wirst Du "gehen". Sollte es jetzt so weit sein? 
NEIN!!! schrie es in mir ... 
Jetzt? Nein nicht jetzt ... 
Nie!!!




Wo lernt man so cool zu sein,
wenn man Angst hat, man verliert, was man liebt?
Wenn ich Angst hab, ich verlier, was ich lieb?

Tränen im Kissen / PUR


Ich war nicht cool, wollte noch nie cool sein ... 
Ich hatte Angst ... ich verlier was ich lieb ... 





In mir war ein Zwiespalt, gehen oder bleiben. 
Ich wollte keinesfalls, dass Du allein bist, wenn "ES" so weit ist. 
Ich drehte mich zu Dir um, hab Dir gesagt, dass ich "wieder komme". 
Als mir die Worte bewusst wurden, die ich da gesagt hatte, 
da bekam ich richtig Panik.
Diese 
Worte "Ich komme wieder, besuche Dich ... " hatte ich bei Günter und auch bei Papa gesagt. 
Und bei beiden ...  waren es meine letzten Worte an sie  ... 


Unruhe und Verzweiflung ... ergriffen Besitz von mir!
Am liebsten wäre ich geblieben ... 



Wieder einmal hinterließ ich alle meine Telefonnummern mit dem Hinweis, 
bei einer „Veränderung“, auch nachts, unbedingt verständigt zu werden.
Zuversichtlich war ich in dem Punkt nicht mehr.
Ich hatte das Vertrauen verloren, "verständigt zu werden". 



In dieser Nacht hatte ich "Tränen im Kissen" ... !!!
Ich weinte um Dich ... um die verlorene Zeit mit Dir ... 



Ich hatte panische Angst um Dich!!!!



                                                                                                                                  Der nächste Teil folgt ...